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Der erste blühende Mandelbaum auf meinem Weg... |
Zugegebenermaßen habe ich heute lange gezögert, diese heiße Frage (so früh) in diesem Blog zu thematisieren. Aber ich komme nicht drum herum, mich aufgrund der vielen unterschiedlichen Begegnungen zumindest dem Thema anzunähern.
Ich bin aus zwei Gründen dabei sehr froh, dass ich persönlich nicht unmittelbar von dieser Frage betroffen bin: Zum einen bin ich Europäer. Meine Heimat ist klar definiert und meine Rechte als Deutscher Staatbürger werden von niemanden ernsthaft angezweifelt. Weder von den vier alliierten Großmächten, die nach dem zweiten Weltkrieg noch von den neun Anrainerstaaten, die mein Geburtsland Deutschland umgeben.
Zum anderen bin ich Christ und kann mit den Worten des Paulus aus seinem Philipperbrief Phil 3, 20) sprechen: „Wir aber sind Bürger im Himmel“. Im Hebräerbrief findet sich zudem der Gedanke, dass wir hier „keine Stadt, die bestehen bleibt” haben (Hebr. 13,14). Insofern wäre ich bei der Landfrage fein raus, denn sie ist für mich persönlich aus meinen Selbstverständnis nicht relevant und identitätsstiftend.
„Wäre“ schreibe ich, wären da nicht Menschen, die persönlich davon betroffen sind. Die Bezeichnung „Menschen“ scheint mir dabei ein entscheidender Begriff für die Bewohner dieser Region zu sein, egal in welchem Gebiet sie gerade wohnen. Nicht Volksgruppen oder Nationen, sondern Kinder, Jugendliche, Mütter und Väter, Alleinlebende oder in Familiengefügen zusammenlebende, Großeltern. Lachenden, Weinende und Trauernde. Sehnsüchtig nach Leben suchende. Verletzte und Enttäuschte. Menschen, die sich über gute Worte freuen, über Musik, Sport, gutes Essen und Trinken oder über einen blühenden Mandelbaum.
Auch wenn ich mich als Europäer gut zurücklehnen könnte, kann ich es nicht, weil ich nicht so herzlos sein könnte, um zu sagen: Das hat nichts mit mir zu tun. Es hat etwas mit mir zu tun, weil es um meine - wenn auch sehr weit entfernten – Verwandten und Mitmenschen geht. Dabei werde ich mit dem folgenden Bericht über einige Begegnungen ganz sicher keine Antwort auf die als Überschrift gestellte Frage geben können und wollen. In der vierten Woche meines Aufenthaltes hier vor Ort wird mir aber die Brisanz dieser Frage durch verschiedene Vorträge, Exkursionen und Seminare vor Augen gemalt.
Ich begegnete Palästinensern und Israeliten, las in der biblischen Thora (den fünf Büchern Mose), der Mischna und im Koran. Besuchte eine Synagoge, eine Moschee, mehrere Kirchen und – nicht weniger wichtig - Cafés.
Und das konnte ich dabei erleben und beobachten:
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Die Geburtskirche in Bethlehem |
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An dieser Stelle wurde der Überlieferung nach Jesus geboren |
In einem Café in Bethlehem verbrachte ich zwei Stunden
mit einer Lehrerin aus dem nahen Beit Jala, die ich im letzten Jahr in Witten kennen
gelernt habe. Dreimal im Jahr bekommt sie als Palästinenserin für einige Wochen
die Erlaubnis, das 8 km entfernte Jerusalem und die israelischen Gebiete zu
besuchen. Die restliche Zeit ist sie von diesem Teil des Landes abgeschlossen.
Ich bewege mich dagegen mit meinem deutschen Pass in allen Gebieten der Region frei.
Ich bin etwas beschämt, wenn ich daran denke, denn ich besitze als Gast mehr
Rechte als eine Frau, die hier in der Region geboren wurde und wohnt.

Gastfreundschaft in Beit Sahour
zusammenleben möchte, egal welcher Herkunft oder Religiosität diese sind. Mit orientalischer Gastfreundschaft werde ich in die Familie an diesem Abend aufgenommen und erlebe einen kulinarisch leckeren und vom Gespräch her intensiven Abend. Ich spüre in dieser Familie, die seit Jahrhunderten in der Region verwurzelt ist, den Wunsch, dass Frieden herrsche.
Eine christliche Reflektion über Land im heutigen Israel/Palästina
Beim Gemeindeabend der Ev. Erlöserkirche spricht mit David Mark Neuhaus ein jüdisch-stämmiger Referent, der in Israel geboren wurde, dessen Familie aber seit Jahrhunderten urkundlich verbürgt in Norddeutschland verwurzelt war, In den 40er Jahren des 20. Jahrhunderts wurden sie von dort vertrieben.David Mark Neuhaus, seines Zeichens israelischer Jesuit und Patriarchalvikar für die hebräisch-sprechenden Katholiken, nennt die Thematik des Landes in seinem Vortrag mit dem Thema „A Christian reflection on land in Israel-Palestine today“ eine sensible Thematik. Er meint, dass eine wörtliche Übertragung des Josuabuches auf die heutige Zeit keine Antwort sein kann. Stattdessen ruft er in Erinnerung, dass Ismael und Isaak Brüder waren und das prominente Vorfahren im Stammbaum Jesu wie die Moabiterin Ruth oder die aus Jericho stammende Rahab aus nichtjüdischem Umfeld kamen. Diese Reihe könnte man mit Tamar und Batseba fortsetzen. Auch die Midianiterin Zipora, die Frau des Mose, fällt mir in diesem Zusammenhang ein. Er erwähnt auch die grenzüberschreitenden Erfahrungen des Petrus mit dem Hauptmann Kornelius aus Cäsaräa. Petrus springt nach einer Vision und den Besuch dreier Botschafter über seinen Schatten und nimmt Kontakt mit einen für ihn andersgläubigen Heiden auf, ein Tabu für ihn als frommen Judenchristen (Apostelgeschichte 10-11)! Petrus steht aber seinen Glaubensgenossen gegenüber zu dieser Grenzüberschreitung. Davids Neuhaus Ansicht nach, so wie ich ihn verstanden habe, ist es gegen den christlichen Ansatz Grenzen zu heiligen. Christen sind dagegen Grenzgänger.
Eine Mauer rund um Rahels Grab in Bethlehem und quer durch Hebron
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Auf dem Weg zu Rahels Grab (rechts) |
Auf offensichtliche Grenzen treffe ich bei einer
Exkursion nach Bethlehem. Durch die
geschichtlichen Entwicklungen der letzten Jahrzehnte wurde quer durch das Land
eine sogenannte Sicherheitsmauer gebaut. Referentin Tamar Avraham führt uns zum
Grab Rahels und an die Grenze von Bethlehem, durch die Stadt Hebron und zu
Siedlungsgebieten, in denen israelische Siedler und palästinensische
Dorfbewohner nahe beieinander wohnen. Sie erklärt die Aufteilung des
Westjordanlandes: Die A-Gebiete stehen unter der Kontrolle der
Palästinensischen Autonomiebehörde und bestehen aus den größeren Städten. In
den B-Gebiete haben die Palästinenser die administrative und Israel die
Sicherheitskontrolle. Das C-Gebiet steht zivilrechtlich und auch in Sicherheitsbelangen
unter israelischer Kontrolle.
Sie erwähnt die historischen Gründe zum Mauerbau und gibt Informationen über aktuelle Ereignisse. Manches kenne ich aus Zeitungen, Berichterstattungen oder Erlebnisberichten. Es kommt trotz der relativ ruhigen Lage immer wieder zu Übergriffen und Aggressionen in beide Richtungen. Sie braucht gar nicht viele Worte drum herum zu machen, das Erlebte spricht für sich. Das kann doch nicht schön für Menschen sein, egal welcher Seite oder Auffassung, denke ich mir. Wie groß und emotionsgeladen muss dieser Konflikt sein? Wer schlägt die Brücke zum anderen? Geht das überhaupt? Doch es gibt sie zum Glück, diese Brückenbauer. In den nächsten Wochen werde ich einige besuchen, die in Friedensdörfern oder auch in Schulen, an denen Menschen unterschiedlicher Religionen und Zugehörigkeiten unterrichtet werden, leben und arbeiten. Ich freue mich auf die Begegnungen.
Gebet von Menschen verschiedener Religionen für Frieden
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Eine Landschaft wie im Psalm 23 - Aufgenommen in Hebron |
Eine kleine Gruppe von Friedenssuchenden konnte ich bereits in der letzten Woche kennen lernen: An einem Nachmittag nehme ich an einem monatlich stattfindenden Begegnungstreffen und Friedensgebet mit Teilnehmenden aus Judentum, Christentum und Islam teil.
Diese Veranstaltung hat immer folgenden Ablauf: Man trifft sich an einem Ort in Jerusalems Altstadt. Als ich daran teilnehme, haben sich gut 20 Personen versammelt. Von dort läuft man eine Weile zu zweit mit einem Teilnehmenden, den oder die man nicht kennt und tauscht sich aus, woher man kommt und wer man ist. An dem Zielort des Spaziergangs, an diesem Tag einer Aussichtsplattform nahe Davids Grab, gibt es einen kurzen Wortbeitrag zu einem Thema. Nach und nach erzählen drei Vertreter des Judentums, des Christentums und des Islams, was sie mit dem Thema Hoffnung verbinden. Anschließend wird in den Religionsgemeinschaften separat für den Frieden im Land gebetet. In einer Abschlussrunde werden Einladungen ausgesprochen und Informationen ausgetauscht. Mit einer Stille wird das einstündige Treffen abgeschlossen. Bei diesem Gebetstreffen spreche ich mit einem Moslem aus der Nähe von Hebron und seiner Frau. Warum beten die beiden zusammen mit Menschen anderer Religionen? „Weil sie an die Kraft des Gebetes glauben und für wichtig halten, dass es zu wirklichen Begegnungen zwischen Menschen unterschiedlicher Religionen kommt“, antworten sie. Bei diesem Friedengebet treffe ich auf sehr friedliche Menschen, die ein Herz für ihre Stadt und den Frieden haben. Ihr Ziel ist es, durch die gemeinsame Begegnung Ängste zu überwinden.
Überwinden von Ängsten und Vorurteilen durch persönliche Begegnung
Es liegt wohl in der Natur der Sache, dass Fremdes nicht nur faszinierend auf Menschen wirkt, sondern auch Angst machen kann. Insofern ist es sicherlich sinnvoll, dem anderen immer wieder zu begegnen. Neben dem Besuch von vielen christlichen Gottesdiensten in diesen Wochen habe ich auch die Gelegenheit, mich mit dem Islam und dem Judentum auseinanderzusetzen.
Ein besonderer Höhepunkt war in diesem Zusammenhang ein Seminar zum Thema „Islam“ mit Prof. Dr. Angelika Neuwirth, die seit Jahrzehnten u.a. eine Expertin in Sache Koranauslegung ist. Neben einem kurzen Ritt durch die Auslegungsgeschichte des Korans liest unsere kleine Studiengruppe sehr viel im Quelltext (der deutschen Übersetzung) des Korans, der innerhalb von zwei Jahrzehnten zu Beginn des 7. Jahrhunderts durch Mohammed überliefert und später aufgeschrieben wurde. Die Islamvorlesungen im Rahmen meines Theologiestudiums liegen inzwischen 20 Jahre zurück und ich muss noch mal tief im Gedächtnis wühlen und zusammenkratzen, was mir in Erinnerung geblieben ist. Wenig überrascht bin ich davon, dass es in den 114 Suren des Korans viel um das Leben eines Gerechten und um Gehorsam geht. Auch war mir noch bewusst, dass Jesus als Prophet im Koran hochgeachtet wird oder z.B. von der Jungfrauengeburt durch Maria ausgegangen wird. Beim Lesen im Detail wird mir nun aber zum ersten Mal richtig bewusst, wie detailliert sich der Koran mit den Theologien seiner Zeit auseinandersetzt. So finden sich Abgrenzungen zum christlichen, nicänischen Glaubensbekenntnis, wohingegen beim Glaubensbekenntnis der jüdischen Tradition, dem Shema Yisrael, bis hin zum Wortgebrauch eine recht große Verwandtschaft herrscht. Ich nehme mir die Zeit und lese parallel in manchen Suren. Großer Wert wird wie geschrieben auf das Leben eines Gerechten gelegt. Mit den Ungerechten wird dagegen hart ins Gericht gegangen. Es wird zu Demut und gerechten Leben aufgerufen. Es wird über die Barmherzigkeit Gottes geredet. Vieles, das ich lese, könnte auch so von den biblischen Propheten oder vom Apostel Paulus geschrieben worden sein. Manches bleibt dagegen fremd und müsste meiner Meinung nach im historischen Kontext gelesen werden, so wie ja auch biblischen Verse nicht aus dem Kontext herausgerissen werden dürfen, und sich nur im Zeitkontext erschließen. Auch fehlt mir die allegorische und anschauliche metaphorische Bilderwelt, die ich zum Beispiel an den Worten Jesu so liebe. Die Geschichten der hebräischen und der griechischen Bibel werden zwar teils vorausgesetzt und es wird darauf Bezug genommen, aber literarisch werden diese oder andere nicht selbst entfaltet. Auch ist die muslimische Theologie in Bezug auf meine trinitarische Theologie sicher nicht kompatibel. Ganz zu schweigen von der Frage der Rechtfertigung des Sünders allein durch Gnade, die ich nicht entdecke. Im Koran wird bei aller Erwähnung der Barmherzigkeit Gottes die Tat des Gerechten gefordert, der sich vor dem letzten Tag fürchten soll und deshalb ein gerechtes Leben führen soll. Aber neben solchen Beobachtungen aus meiner christlichen Perspektive muss ich in diesen Tagen bei der praktischen Lektüre mein Bild vom Koran auch an manchen Stellen korrigieren. Es wird gegen den Ungerechten egal welcher Religion hart gesprochen, aber Juden und Christen, die gerecht leben, kommen durchaus gut darin weg. Es kommt wohl auch hier darauf an, was die Menschen aus dem Text machen und mit welcher Hermeneutik sie an den Text gehen. „Wir sind alle aus dem gleichen Lehm“, kann man eigentlich nur schlussfolgern, wenn man in der Sure 23 von der Schöpfung des Menschen durch Gott liest. Ein horizonterweiterndes Seminar.
Shabbat Shalom - Synagogenbesuche
Zum dritten Mal in der Zeit hier vor Ort besuchte in auch am letzten
Besuch der Synagoge Kehilat Har-El
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Ich freue mich auf die Begegnungen mit zwei jüdischen Vertretern, die in der nächsten Woche anstehen: In einer Synagoge, habe ich bereits vor zwei Wochen mit einer Rabbinerin gesprochen und habe um einen Gesprächstermin gebeten. „Du bist herzlich Willkommen“, bekommen ich in der Mail als Antwort. Ein jüdischer Dozent und Kantor lädt uns Pastoren, die wir im Rahmen von Studium in Israel unterwegs sind, ein, uns die Stadt zu zeigen und Hintergründe zu erklären. Hier erlebe ich Gastfreundschaft wie es im Buche steht.
Besuch des armenischen Viertels in der Altstadt
Auch im christlichen Jerusalem werfe ich einen Blick hinter die Kulissen. Der
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Eingangstür zur Armenischen Jakobuskathedrale |
Und das war alles?
Nein, es gäbe noch viel mehr zu berichten! So habe ich noch gar nicht vom
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Kapelle im Kreuzfahrerbogen in Latrun |
Latrun mit einer kleiner Lebensgemeinschaft ein kleines Kloster und ein Gästehaus betreibt und für Frieden im Lande betet. Eines ist sicher: Die Kreuzfahrer sind nicht mehr im Lande. Ihre Herrschaft dauerte von 1096 bis 1187. Danach und nur für kurze Zeit waren sie nur noch in kleinen Enklaven an der Küste vertreten. Bei der Frage, wem das Land gehört, muss auf diese zum Glück keine Rücksicht genommen werden. Mit dieser eher zugegeben gekünstelten Assoziation komme ich aber noch einmal auf die Ausgangsfrage zurück: Wem gehört das Land? Und warum wird diese Frage mit so großer Leidenschaft diskutiert? Vermutlich, so meine Mutmaßung nach einigen Gesprächen mit lokalen Gesprächspartnern, weil sich Menschen mit ihrer Identität an ihr festmachen. Das Land ist sowohl für hier lebende Israels als auch Palästinenser mehr als nur Materie. Es ist Heimat und Verheißung. Durch die jahrtausendlange Geschichte ist es mit der Herkunft beider Völker aufs engste verbunden. Zugleich ist es durch die religiösen Überlieferungen ein Sehnsuchtsort. Um die Frage des Landbesitzes herrscht ein wahrer Deutungskrieg, der aufgeladen ist mit Emotionen bis zur Unerträglichkeit.
Schon vor meinem Aufenthalt war ich mit dieser Thematik konfrontiert: Wo fahre ich denn hin? Nach Israel? Zumindest vom Staatsgebiet ist diese Bezeichnung zutreffend, denn die meiste Zeit werde ich mich in den Gebieten des 1948 gegründeten Staates Israel bewegen. Aber ich werde auch von der Staatsseite aus betrachtet in Palästina unterwegs sein, das seit dem Jahr 2012 von der Generalversammlung der Vereinten Nationen als Beobachterstaat anerkannt ist. 138 der 193 UNO-Mitglieder stimmten für eine solche Anerkennung als Staat mit Beobachterstatus, neun dagegen und 41 enthielten sich, darunter Deutschland.
Manche Gesprächspartner bezeichnen das ganze Land durchgängig als Palästina, so wie es bis 1948 (dem Ende des britischen Mandates) üblich war. Andere bezeichnen inzwischen die Gebiete in der Westbank als Samaria und Judäa und sehen sie perspektivisch als Staatsgebiet Israels, obwohl die Verträge von Oslo die Gründung eines eigenen Palästinenserstaates vorsehen.
"Jerusalemisours“ lautet ein WLAN-Passwort in einem palästinensischen geführten Café in Ostjerusalem. „An der Bibel und der Verheißung an die Israeliten kann man nicht vorbei kommen. Die Verheißung galt Isaak und nicht Ismael“, höre ich in diesen vier Wochen aus dem Munde eines anderes Gesprächspartners.
Zusammenfassung und Aussicht
Soweit eine „kleine“ ganz konkrete Übersicht einiger kontroverser Ansichten und Äußerungen, die nicht aufgrund von Zeitungen oder Lexikaartikel genährt ist, sondern durch persönliche Begegnungen und Beobachtungen. Ich erlebe dabei wunderbare Gastfreundschaft und eine herzliche Offenheit von Menschen unterschiedlicher Kulturen. Von manchen werde ich als Tourist gesehen, von anderen als Mensch und Gast.
Der schmale Landstreifen zwischen den Großreichen der Hetiter, respektive der Griechen, den Römern, den Osmanen oder der heutigen Türkei und im dem Libanon im Nordwesten, den Persern, respektive den Babyloniern und dem heutige Iran/Irak/Syrien/Jordanien im Westen sowie den Ägyptern im Süden war über die Jahrtausende unterschiedlichst bevölkert. Ich treffe in diesen Tagen auf Menschen, die heute das Land als ihre Heimat und die Heimat ihrer Vorfahren bezeichnen. Menschen, die sich auf Abraham als ihren Stammvater berufen. Ihm ist laut der Überlieferung aus dem Buch Genesis (1. Mose) das Land verheißen. Ein Teil der Verheißung spricht mich in diesen Tagen besonders an: "In dir sollen gesegnet werden alle Geschlechter auf Erden." Das hebräische Wort für Geschlechter lautet "Mishpachah". Es steht auch für Familie oder Sippe. In unserer Sprache hat sich das davon abstammende Mischpoke enthalten. Für mich passt das in mein Weltbild: Die Menschheitsfamilien gehören zusammen. Ich zumindest sehe in den Menschen, denen ich begegne, Teile dieser Familien.
Wem gehört das Land? Vielleicht wäre es hilfreich, vor allem einmal zu
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Ein friedliches Bild aus dem Klostergarten von Latrun am Ende eines ernsten Themas |
Ich grüße herzlich alle, die sich durch diesen langen Text hindurchgelesen haben mit einem herzlichen Schalom, Salam und Friede sei mit Dir.
BCU, 03. Februar 2019
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