Sonntag, 28. April 2019

Was für ein schrecklich schönes Land

Blick von Emmaus/Nicopolis
Die Monate meines Sabbatical mit Studienzeiten, Reisen durchs "Heilige" Land sowie zahlreichen Begegnungen gehen für mich in diesen Tagen zu Ende. Es wird Zeit, zurück zu schauen: Was habe ich nicht alles erleben dürfen! 
Seit Tagen schreibe ich an einem möglichen abschließendem Blogeintrag und merke wie ein solcher nicht wirklich gelingen will, ja auch gar nicht gelingen kann. Es fehlt nicht an Worten und Masse, die im Gegenteil für mehrere Beiträge reichen würde. Doch Worte und Sätze können nicht ausdrücken, was ich in den letzten drei Monaten erleben durfte. Deshalb an dieser Stelle nur ein abschließender kurzer Text. Demnächst dann - falls gewünscht - mehr in der persönlichen Begegnung oder beim GoBrunch am Sonntag, den 19. Mai 2019 um 11h in der Christuskirche in Witten oder anderer Gelegenheit. 

Ich schaue derweilen zurück auf Blockseminare und Seminareinheiten mit Studium in Israel zu den Themen Archäologie, Islam und zu den Orthodoxen Kirchen sowie zahlreiche Einzelvorträge von Experten vor Ort zu historischen und zeitgeschichtlichen Themen. Auf zahlreiche Andachten und Gottesdienste der christlichen Konfessionsfamilien sowie der jüdischen Synagogengemeinschaften.
Intensiv habe ich mich nicht nur in Theorie und Praxis mit rabbinischer Hermeneutik, sondern z.B. auch damit beschäftigt, wie manches hier über die Jahrhunderte historisch konstruiert wurde und wie die gegenwärtige politische und gesellschaftliche Situation vom Kampf der Narrative geprägt ist. 
Die Sephardische Ari Synagoge in Safed 
Dreimal war ich im Norden des Landes und
besuchte Städte wie Haifa, Akko oder Safed, zweimal reiste ich in den Süden bis nach Eilat. Auf den Spuren Jesu bin ich für einige Tage in Galiläa von Nazareth über Kana und den Arbel bis nach Tiberias am See Genezareth auf dem Jesustrail gewandert. Auf den Spuren Abrahams war ich mit Übernachtung in einem von Frauen geführten Haus in einem palästinensischen Flüchtlingslager in Jericho und dann durchs Wadi Kelt bis zu einem Beduinendorf am Toten Meer unterwegs. Bei einem Tagestrip zur geteilten Stadt Hebron habe ich die Höhle Machpela, in der die Erzeltern begraben wurden, besucht. Heute ist
Vor dem Bau über der Höhle Machpela in Hebron
der durch Herodes über der Höhle gebaute Bau mit seiner Synagoge und seiner Moschee ein Ort der Verbundenheit und Trennung zwischen den abrahamitischen Religionen zugleich. Die Teilung des Landes habe ich auch bei einigen Ausflügen nach Jericho, Bethlehem, Beit Jala oder Beit Sahour erleben müssen. Nicht nur offensichtlich an den Checkpoints.




An drei Orten bin ich durch die herzliche Menschen besonders heimisch 
Ev-Luth. Erlöserkirche Jerusalem
geworden: In der Ev. Luth. Erlöserkirche im Herzen der Altstadt, die mir als deutschsprachige Gemeinde von Anfang an ein sicherer Hafen war und in der ich gleich zu Beginn herzlich aufgenommen wurde. Auch in der Synagogengemeinschaft Kehilat Zion, die mich für mich unerwartet als Christen herzlich in ihrer Mitte aufnahm und mir neben den Besuchen im Gottesdienst zur Begrüßung des Shabbat gerade auch durch Einladungen zu Shabbatabendessen und zum Sedermahl am Pessach außergewöhnliche Gastfreundschaft bewies. Und drittens in der griechisch-katholischen Melkitischen Kirche in Beit Sahour und Jerusalem, wo mir mit Abuna Suhail und Elias Awad zwei herzliche Freunde die Welt in die byzantinische Liturgie öffneten und das Leben einer arabischsprachigen palästinensischen Gemeinde öffneten. 

Ich habe ja intensiv über die einige der vielen Begegnungen am Wegesrand berichtet. Was für ein schrecklich schönes Land ich erleben durfte! Ein Land das nicht nur reich ist an unterschiedlichsten Naturräumen, sondern auch an einer Vielzahl von Kulturen und Lebensweisen. Ich sehe das als Gast und Freund als Gewinn und wünschte mir, dass dies auch alle Bewohner so sehen könnten. Ich weiß, dass dies für manche mehr als schwer ist. Manches Mal habe ich mit jüdischen Freunden über meine Reisen in die palästinensischen Gebiete und die Begegnungen dort gesprochen und andersherum mit palästinensischen Freunden über meine Begegnungen mit jüdischen Freunden und dabei gemerkt, mit welchem großen Interesse man mir folgte, weil diese Begegnung Ihnen zur Zeit nur schwer möglich sind.
Das Heilige Land hat viel in dieser Hinsicht zu
Blick aus der Oase En Gedi aufs Tote Meer
bieten. Ich lasse noch einmal die Landschaften vor meinen inneren Augen und beim Betrachten von Fotos an mir vorbei ziehen. Es verwundert nicht, dass die Exilanten in Babylon saßen und sangen: An den Wassern zu Babel saßen wir und weinten, wenn wir an Zion gedachten. Es verwundert mich nicht, wenn Palästinensische Bewohner sagen: "Jerusalem is our". Es wundert mich nicht, wenn Christen zu den beiden Osterfeiern nach Jerusalem pilgern und stundenlang Schlange stehen, um nur 30 Sekunden im Heiligen Grab beten zu können.
Viele Menschen lieben Sehnsuchtsorte. Wie 
schön wäre es, wenn Sehnsucht und Erfüllung zusammen treffen. Nicht immer habe ich dies an den bekannten Orten erlebt, manchmal aber auch dort. Manche Orte müsste ich mir erst er“leben“. Ich hatte nach knapp 20 Jahren Dienst in meiner Kirche dankenswerter Weise Zeit, einfach einmal ein paar Stunden oder auch eine Nacht da zu sitzen, zu lesen, nachzudenken. 
Und ich hatte als Besitzer eines Deutschen Passes auch freien Zugang in alle Teile des Heiligen Lande und würde als Reisender überall gleich herzlich begrüßt.
Dabei habe ich den Eindruck nur einen großen Kosmos angekratzt zu haben. Und doch habe ich meiner Meinung nach genug gesehen, um sagen zu können, dass ich auf meiner Lebensreise einen weiteren Teil 
meiner menschlichen Familie kennen lernen durfte. Familienmitglieder, die in einem schrecklich schönen Land leben. 
Vielfalt: Eine von 400 Rosen im Jerusalemer Rosengarten
Nicht gegen  Menschen kann ich sein, sondern nur gegen Ideen von Exklusivität und Ausgrenzung. Ich bin nicht blind für all das (und kann gerne im persönlichen Gespräch über viele Beobachtungen etwas mitteilen), aber ich teile die Einschätzung von Daoud Nasser vom Tent of Nation in Beit Jala: Der gewalttätige Aufstand hat nicht zum Frieden geführt, auch nicht Verhandlungen, Resignation verbietet sich. Es bleibt also nur der vierte Weg: Der Weg der Liebe. 

Einer von vielen gegangenen Wegen
In der Synagogengemeinschaft Har-El wird im Gottesdienst am Shabbatmorgen für die Soldaten der Israelischen Armee gebetet. Zugleich wird aber darum gebeten, dass in Erfüllung geht, was der Prophet Micha gesehen hat: „Sie werden ihre Schwerter zu Pflugscharen machen und ihre Spieße zu Sicheln. Es wird kein Volk wider das andere das Schwert erheben, und sie werden hinfort nicht mehr lernen, Krieg zu führen.“ (Micha 4) 

Der Text geht noch weiter und dies ist mein abschließender Wunsch für die Bewohnerinnen und Bewohner dieses Landes, die mir so viel Gastfreundschaft gewährt haben: „Ein jeder wird unter seinem Weinstock und Feigenbaum wohnen, und niemand wird sie schrecken“ (Micha 4, 4).

Bis dahin wird es sicher noch ein langer Weg sein. Ein Weg, den ich einige Monate vor Ort begleiten durfte, und den ich aus der Ferne sicher im Gebet weiter gerne mitgehe.



Samstag, 20. April 2019

Sameach Pessach und Gesegnete Ostern - Feiern in Jerusalem

Prozession des lat. Patriarchats
Vielfältig sind die Feiern in der Karwoche und zum Osterfest in Jerusalem. Sie sind Ausdruck einer 2000jährigen Tradition und der Verschiedenheit der Menschen in dieser Stadt und dieser Welt. Eine Besonderheit: Gleichzeitig auf den besinnlichen Karfreitag fällt in diesem Jahr das fröhliche Pessachfest. Für denjenigen, der sich auf die Atmosphäre dieser Stadt einlassen möchte ist dies eine emotionale Herausforderung. Ich stelle mich ihr!
Prozession am Palmsonntag
Doch ich fange mal besser von vorne an: Nach den Passionsandachten – und Gottesdiensten der letzten Wochen war der Palmsonntag mit seiner stimmungsvollen und fröhlichen Prozession von Betphage auf dem Ölberg zur Kirche der Heiligen St. Anna am Löwentor in der Jerusalemer Altstadt ein wohltuendes Erlebnis. Südamerikanische (geistliche) Sambamusik, fröhliche philippinische Gesänge, neuere oder ältere Lieder der weltweiten Worshipbewegung wie "10,000 Reasons" oder „Shine, Jesus Shine“,
Taizegesänge wie „Ubi Caritas“ und zwischendrin mit „Freunde, dass der Mandelzweig wieder blüht und treibt…“ ein Klassiker des Neuen Geistlichen Liedgutes, -das ist das Spektrum des stimmungsvollen Ganges im schönsten Sonnenschein. Einige Tausend Menschen ziehen an diesem Sonntagnachmittag mit Palmzweigen die etwa zwei Kilometer lange Strecke. Es geht langsam voran, so dass dies
inklusive Auftakt und Abschlussgottesdienst knapp drei Stunden dauern wird. Erinnert wird an den Einzug Jesu, der unter Jubel der Bevölkerung auf einem Esel in Jerusalem einzieht und dort wie ein König begrüßt wurde, indem vor ihm Palmzweige und Kleiderstücke auf den Boden gelegt wurden. Der Ritt auf einem Esel war dabei ein Ausdruck von Demut und gehörte zur Krönungszeremonie der israelischen Könige. 


In den folgenden Tagen der Karwoche nehme ich an verschiedenen Gottesdiensten teil und erlebe, wie tägliche Prozessionen durch die Stadt oder auch die Grabeskirche stattfinden. 

Die Christen der Stadt gedenken der letzten Tage im Jesus Leben, seines Abschiedes von den Jüngern, seiner Gefangennahme, seiner Verurteilung 
und Kreuzigung. 

Die Liturgien der verschiedenen Konfessionen unterschieden sich dabei in Sprache, Melodieführung und der gesamten Liturgie. Es wird auf Griechisch, Lateinisch, Armenisch, Deutsch und in vielen weiteren Sprachen zelebriert. Mal a Cappella, mal mit Orgel, dann wieder schweigend. Vielfältig sind auch hier die Formen der Anbetung. 

 Gründonnerstag in Beit Sahour
Besonders beeindruckt hat mich in diesen Tagen ein Gottesdienst am Gründonnerstag in der griechisch-katholischen Melkitischen Kirche in Beit Sahour, in dem der Ortspfarrer Abuna Suhail die Fußwaschung Jesu mit 12 jungen Männern der Gemeinde nachempfand und auch schon im Vorgriff auf die Kreuzigung in einer Prozession das Kreuz Jesu dreimal durch die Kirche trug. 


In dem dreistündigen Gottesdienst sind nicht weniger als 50 Personen beteiligt, die mit Lesungen und Gesängen zwölf Texte der Passionsgeschichte in Szene setzen. Alle anwesenden Kinder gehen mit Kerzen, Kreuzen oder anderen geistlichen Symbolen dem Kreuz Jesu voraus, das vom Ortpfarrer Abuna Suhail getragen wird. 

Ich frage ihn hinterher, was er dabei empfunden hat. Er verrät mir, dass dies für ihn der dichteste Moment des Gottesdienstes ist und er sich emotional durch das Tragen des Kreuzes Jesus am nächsten fühlt.
Wer sich diese Prozession oder andere einmal ansehen möchte und über einen facebook-Account verfügt, der kann dies auf der fb-Seite der Gemeinde in Beit Sahour tun.

Wie Abuna Suhail geht es wohl auch den Pilgern in Jerusalem, die in diesen Tagen mit Kreuzen durch die Stadt laufen. Ob mit oder Kreuz: Die Menschen wollen Jesus nahe sein, ihm auf die Spur kommen, den besonderen Segen der historischen Städten in sich auf nehmen und verinnerlichen.

Auch ich kann und will mich diesem Erleben nicht entziehen, es war ein Grund noch über die Karwoche und die Ostertage in Jerusalem zu bleiben.
Die Gottesdienste am Karfreitag sind ernst und besinnlich bestimmt. 
Ein typischer Pessachtisch(Foto: RadRafe, Wikipedia | Public Domain)
Welch Kontrast zum Freitagabend, an dem ich bei einer Familie aus „meiner“ Synagogengemeinschaft Kehilat Zion zum Pessachabend eingeladen bin. Pessach ist ein fröhliches Fest, so wünscht man sich zur Begrüßung Sameach Pessach: Ein fröhliche Passah. In diesem Jahr fällt es mit dem christlichen Osterfest zusammen. Pessach erinnert an den Auszug der Israeliten aus Ägypten und damit an die Befreiung aus der Sklaverei. Es war wohl ein Pessachabend, an dem sich Jesus von seinen Jüngern verabschiedet hat. In der Christuskirche in Witten erinnern wir jedes Jahr daran, indem wir den Gründonnerstag in der Tradition des letzten Mahles Jesu mit einem Tischabendmahl feiern. 
Ich bin nun auf das Original gespannt und wie es eine jüdische Familie feiert. Am Ende des Abends bin ich sehr froh, dass wir mit der Wittener Nachempfindung gar nicht so weit vom Original liegen. Die familiäre Atmosphäre ist jedoch eine andere. Beim Nacherzählen der Geschichte vom Auszug der Israeliten aus Ägypten entfaltet sich ein Gespräch des Familienvaters mit seinen vier Kindern. Auch die Großeltern, die Ehefrau und ich überlegen offen mit, was die erlebten Ereignisse und diese Nacht zu bedeuten hat. Theologisch gewichtige Fragen wie das Verhältnis von Glauben und Werken werden erörtert: "War der Glaube Israels notwendig für den Auszug?" Unsere Überlegungen: Zumindest war es ein Gehorchen und Vertrauen, dass die Israeliten Blut an ihre Türpfosten zum Schutz strichen. Glauben braucht immer wieder Handeln und sichtbare Praxis. "Was ist wichtiger: Glauben oder Werke?", fragt der Hausvater. "Das ist eine Frage wie die nach der Henne und dem Ei", antwortet die ältesteste, fünfzehnjährige Tochter. Eine andere Frage drehte sich darum, warum Gott 10 Plagen über die Israeliten hat kommen lassen. Wären nicht weniger auch ausreichend gewesen. Der älteste Sohn der Familie mutmaßt, dass dadurch die Ägypter nachempfinden lernten, welches Leid sie den Hebräern angetan haben, als sie sie zu Sklaven gemacht haben und der Pharao sogar befahl, die Erstgeborenen seiner Untertanen in den Nil zu werfen. Ich teile meine Vermutung, dass dadurch der besondere Einsatz Gottes für sein Volk deutlich wird.
Alle Speisen von den bitteren Kräutern, dem Salzwasser, dem Charusset (nach Familientradition aus Datteln, Walnüssen und Zimt hergestellt), dem Lamm bis hin zur süßen Speise des Desserts haben eine Bedeutung an diesem Abend. Wen es interessiert: Über die Bedeutung kann man leicht etwas im Internet finden oder im nächsten Jahr in die Christuskirche in Witten kommen, wo es im Detail erklärt wird. Es ist aus heutiger Sicht keine einfache Geschichte, die an diesem Abend erzählt wird. Es ist eine Erzählung, die in sich viel Leid und Gewalt trägt. Zugleich ist es aber auch eine Erzählung, die die Möglichkeit zur Befreiung deutlich macht. Als freie Menschen treffen wir uns nächstes Jahr in Jerusalem heißt es dann auch an einer Stelle des Abends.
Am Karsamstag bereitet sich die Stadt mit weiteren Prozessionen auf den Ostertag vor. In der Nacht vom Karsamstag auf den Ostersonntag dann warten in der Grabeskirche Tausende von Gläubigen auf die Entzündung des Heiligen Feuers. Die Stimmung wächst an zum Osterjubel.

Gr.-kath. Melkitische Kirche 
Ich selbst feier den Frühgottesdienst zum Sonnenaufgang mit der griechische-katholischen Melkitischen Gemeinde und später den deutschsprachigen Gottesdienst in in der Ev.-Lutherischen Erlöserkirche in der Jerusalemer Altstadt. 
Besonders bemerkenswert: Der melkitische Gottesdienst begann vor der Kirchentür mit Gesänge und Gebeten. Bischof Yaser Al-Ayyash klopfte mehrmals gegen die Tür und erst als von Innen eine Stimme erschallte (Ich vermute mit der Auferstehungsbotschaft) öffneten sich diese und die Prozession hinein und der zweistündige Gottesdienst mit Lesungen und Abendmahl hinein begannen.
Freude liegt in diesen Stunden über der Stadt. „Der Messias ist erstanden“, wird gerufen.
Seit 2000 Jahren ist dieses Erlebnis eine Kraftquelle für Menschen: Einer hat den Tod überwunden und führt die Menschen in die Freiheit, so wie einst das Volk Israel in die Freiheit geführt worden ist.

Ich grüße von diesen Tagen des Feierns herzlich aus Jerusalem und schließe mich den frohen Wünschen an.


Vollmond kommt und geht.
Aus den Häusern klingen alte Liede.
Sameach Pessach -
Fröhliche Pessachtage
und eine gesegnete Osterzeit
allen Feiernden.
Der Geruch frischen Brotes erfüllt die Häuser.
Festlich und reich gedeckt sind die Tische.
Warum feiern wir?, fragt das Kind.
Weil wir frei sind, sagen die Eltern am Pessachtisch.
Weil wir frei sind, sagen die Menschen am Ostertisch.
Wer zu feiern, zu leben und zu lieben versteht, der ist bereits gesegnet.
Nur wer nichts zu feiern weiß, lebt noch im Land der Sklaverei.
Wir feiern, weil wir frei sind, und im Feiern werden wir frei.
Die Gläser werden gehoben:
L' chayim - Auf Das Leben
Zum Wohl- Auf die Freiheit
Dank sei Gott für Himmel und Erde, für Brot und Wein.

Glockengeläut über Jerusalem zum Sonnenaufgang. 
Das Grab ist leer.
Auf das Leben und bis nächstes Jahr in Jerusalem. Bis wir uns wieder sehen als freie Menschen.

BCU, 21. April 2019





Donnerstag, 11. April 2019

„Du bist ein Teil der Familie“ – Teil 2: Willkommen in der melkitischen Gemeinde in Beit Sahour

Ein Feld in der Nähe von Bethlehem
Ich bin auf meiner Reise an einem geschichtsträchtigen, aber eher unbekannteren Ort angekommen: Nahe Bethlehem waren die Hirten auf dem Felde und wachten des Nachts, als der Engel Ihnen erschien und große Freude verkündigte: Der Retter sei Ihnen geboren, der Christus. Seit 2000 Jahren ist das Hirtenfeld, oder wie es hier ausgeschildert ist, das Shepherd´s Field, ein Pilgerort und drum herum eine Stadt mit 15 Tausend Bewohnern gewachsen: Beit Sahour (wörtlich übersetzt das Haus des Wachens), etwas eine halbe Stunde zu Fuß von der Stätte entfernt, in der heute Menschen aller Welt der Geburt Jesu Gedenken. 
Hier haben mich Elias Awad und seine Familie gleich zu Beginn meines Studiensemesters herzlich begrüßt, in ihre Familie aufgenommen und mir zwischendurch bei Unternehmungen zur Seite gestanden. So hat Elias Bruder Michelle, der sich als Direktor des Sirajcenters für die Erschließung Palästinas für den alternativen Tourismus engagiert für mich eine Wanderung mit einer Reisegruppe auf dem Masar Ibrahim (Ibrahimsweg) vermittelt, inklusive Übernachtung in einem von einer Frauenbewegung geführten Unterkunft in einem palästinensischen Flüchtlingscamp in Jericho und bei den Beduinen der Sealeavel Community am Toten Meer. 

Meine neue Unterkunft

Nachdem ich bereits zweimal Elias und seine Familie zu einem Abendessen besucht habe, ziehe ich für nun für sechs Tage in das zur Zeit nicht mit einer Reisegruppe belegte zur Gemeinde gehörende Kloster( bzw. ehemaliges Priesterseminar), dass ich mir in dieser Zeit nur mit dem Ortpfarrer teilen werde.
Im Klostergarten sitze ich gerne unterm Olivenbaum
Zur Begrüßung werde ich gleich dreimal innerhalb von 24 Stunden zum Essen eingeladen. Am Samstag zuerst von Elias, am Sonntag nach dem Gottesdienst zum großen Zusammenkommen seiner gesamten Familie bei seinen Eltern und schließlich am Sonntagabend von Abuna Suhail, dem örtlichen Priester und meinem neuen Nachbarn. Die arabische Gastfreundschaft ist sprichwörtlich und das Essen in allen drei Fällen köstlich und reichlich. Vor allem die Gespräche genieße ich. Wieder einmal stelle ich fest, wie nah

bei allen sprachlichen und kulturellen Unterschieden die Lebenswelten sind. Wir tauschen uns aus über unsere Kinder, die Arbeit, das Leben in der Kirchengemeinde hier vor Ort und in Witten sowie die gesellschaftlichen Entwicklungen. Bei aller Unterschiedlichkeit sind die Themen, die Menschen bewegen, doch überall die gleichen. Was für Berufswege sollten die eigenen Kinder heutzutage einschlagen ("natürlich müssen sie ihre Entscheidungen treffen und der Beruf zu ihrer Persönlichkeit passen…")? Wie sehen die gesellschaftlichen Entwicklungen in Deutschland und Palästina/Israel aus? Was gibt es Neues im Gemeindeleben? Mit dem örtlichen Priester Abuna Suhail spreche ich über unseren jeweiligen Arbeitsalltag und wie er sein Pfarramt ausübt: Er ist seit sechs Jahren Priester der Gemeinde. Als er neu nach Beit Sahour kam, besuchten 30-40 Personen
Männerabend mit Abuna Suhail (2.v.r.)
die Sonntagsgottesdienste. Bei meinem Besuch des Gottesdienstes am Sonntagmorgen waren 120-130 Gläubige anwesend. „Ein schwacher Gottesdienstbesuch“, erklärt er mir, normalerweise kommen mehr. 
Was ist das Geheimnis des Gemeindeerneuerung? „Liebe und Persönliche Begegnung“, meint er. „Im Grunde gehe es immer wieder darum“.
Griech. - kath. melkit. Kirche Beit Sahour
Der den Menschen zugewandte Gemeindepfarrer erzählt mir auch, dass er eine andere Seite habe bzw. hatte. Als junger Mensch rebellierte er gegen Gott und sein Umfeld in seiner jordanischen Heimat. Dann hatte er in einer Nacht am Friedhof des Ortes, dem Treffpunkt der Jugend, wie Paulus ein Gotteserlebnis. Das war der Beginn einer langen Reise. Bevor er im Jahr 2011 Priester der Gemeinde in Beit Sahour wurde, war er 10 Jahre lang als Mönch in einem Kloster. Die Zeit habe er gebraucht, um sein altes Wesen abzulegen und überhaupt fähig zu sein, heute diesen Dienst zu tun. Er ist sehr beliebt im Ort verraten mir zwei Mitglieder der Gemeindeleitung, die beim Abendessen mit uns zusammensitzen. Es kommen heute sogar Menschen zur Gemeinde, die aus anderen Kirchen stammen würden, dort aber keinen Bezug zum Glauben mehr gefunden haben. Vor allem kommt die Jugend wieder. Und die gibt es in Beit Sahour reichlich. 50% der Menschen sind unter 18 Jahre. Nach dem intensiven Auftakt habe ich mich erst mal für den Rest der Woche entschuldigt, um im Kloster endlich einmal Zeit zu haben, meine vielen Eindrücke der letzten Monate zu sortieren und für drei Tage in dieser Passionszeit zu beten und zu fasten. 
Die Ikonostase mit Jesus und den Aposteln

Einziger Programmpunkt am Tag: Der Besuch der abendlichen Passionsandachten in der örtlichen Kirche. Bereits der Sonntagsgottesdienst war beeindruckend für mich als evangelischen Pastor, der eher karge Gottesdienste und Kirchen gewohnt ist: Der Kirchraum ist weihrauchgeschwängert, die Gesänge des christlichen melkitischen Gottesdienstes sind auf Arabisch, die Kirche ist voller Ikonen und Malereien: Jesus und die Apostel einer neben dem anderen auf der das Kirchschiff vom Altarraum trennenden Ikonostase (einer in orthodoxen Kirchenbauten trennenden Wand). Johannes der Täufer mit grimmigen Gesicht. Fremde Heilige. Maria mit dem Jesuskind auf dem Arm. Engel. Georg, der Drachentöter und vieles mehr. Während des Gottesdienstes erfolgen zwei Prozessionen durch die Kirche: Zum einen wird das Evangelienbuch feierlich zur Lesung getragen, zum anderen Brot und Wein zum Abendmahl. Beiden gehen ein Kreuzträger, zwei Kerzenträger und zwei Träger mit einer Cherubim- und Seraphinendarstellung voraus. Das Evangelienbuch und die Abendmahlselemente werden beim Vorbeigehen von einigen Gemeindegliedern geküsst.
Passionsandacht in der Melkitischen Kirche
Die orthodoxe Welt ist mir fremd, aber ich bin ja ein offener Mensch und lasse mich gerne auf anderes ein. Besonders beeindruckend finde ich bei den Passionsandachten, dass nicht weniger als zehn Gemeindeglieder bei den Wechselgesängen beteiligt sind. Männer, Frauen und auch ein Kind singen in mir unverständlicher jedoch stimmiger Reihenfolge Gebete, Psalmen, Schuldbekenntnis, Anrufungen zu Maria und den Heiligen sowie die Bitte um eine gute Nacht. Eine Stimme folgt auf die andere, als ob dies seit Jahren einstudiert ist, dabei ist die Vergabe der Gesangsstücke jeden Abend anders. Vor allem die spirituelle Stimmigkeit mit der gesungen und gebetet wird, hat einen Sog: Die Liturgie wird von Herzen gesungen und nicht einfach vom Blatt abgesungen, ist mein Eindruck. Die Passionsandachten werden nach alten Liturgien gefeiert, die Kirchenväter vor 1600 Jahren ersonnen haben. Der Sonntagsgottesdienst folgt in der Regel der Liturgie des Heiligen Johannes Chrysostomos (*349 oder 344 in Antiochia am Orontes; † 14. September 407 in Komana Pontika). Hier hat sich etwas über die Jahrhunderte bewahrt, was es im europäischen Kontext nur noch selten gibt und wird mit Geist und Seele gefüllt.

Die griechisch-katholische Melkitische Kirche ist eine römisch.-katholische Rituskirche mit byzantinischem Ritus in arabischer Sprache. Was das bedeutet? Neben der mir fremden Bilder und Liturgiewelt auch, dass ich beim Sonntagsgottesdienst um 9.00 Uhr  und bei den täglich um 18.00 Uhr stattfindenden Passionsandachten mit Ausnahme von fünf Worten nichts verstehe. Das erste Wort lautet Abuna und bedeutet Vater. Salam erkenne ich als Frieden. Die aus dem hebräischen stammenden Worte Halleluja (Lobe Gott) und Amen (So sei es) verwenden wir auch im evangelischen Gottesdienst. Und dann taucht immer wieder der Gottesname Allah auf. Bereits in Jerusalem war mir dies in den arabischsprachigen Gemeinden immer wieder aufgefallen. Was wir im deutschen Kontext mit dem Islam in Verbindung bringen, ist zuerst einmal nur eine Gottesbezeichnung auf Arabisch, die unabhängig der jeweiligen Religion verwendet wird. Theoretisch wusste ich darum, aber während meines Studienaufenthaltes erlebe ich dies zum ersten Mal in der Praxis. Es hört sich fremd an und ich kann die Assoziation mit dem Ruf des Muezzin noch nicht aus dem Kopf bekommen. Das würde sich sicher mit der Zeit ergeben, aber diese Beobachtung zeigt mir einmal mehr wie geprägt und konditioniert wir Menschen sind, auch in Bezug auf Religion und Tradition. Wir brauchen nur ein Wort zu hören und schon läuft der ganze einprogrammierte Film in unserem Kopf vor unseren Augen ab. Ich fühle mich dabei in dieser Kirche und der Gemeinde nicht fremd, im Gegenteil. Ich fühle mich auch hier heimisch und frage mich, woran das liegt? Andere orthodoxe Kirchen in Jerusalem habe ich mit touristischer Neugier betrachtet, aber nicht den Bezug gewonnen, den ich gleich hier zum Kirchgebäude habe. Vielleicht hängt es damit zusammen, dass ich bereits mit dem Ortspriester vor Besuch des Gottesdienstes bekannt und mit Elias Familie, die den Gottesdienst besucht, befreundet bin, geht mir durch den Kopf. Vertrautheit baut eine Brücke. Das ist eine Erkenntnis, die ich ja selbst aus meinem Gemeindeleben kenne. Besucher der Christuskirche in Witten fühlen sich auch dort viel schneller heimisch, wenn Freunde sie in den Gottesdienst mitbringen oder wenn sie einen der Hauptamtlichen kennen. Hier kommt aber noch etwas anderes hinzu, beobachte in mir: Ich mag auch unabhängig von den mir bereits Bekannten die Gottesdienstbesucher dieser Gemeinde. Man nickt sich zu, wenn man den Gottesdienstraum betritt. Lächelt sich sogar an. Im eher großstädtischen Jerusalem ist das anders. Hier in Beit Sahour habe ich den Eindruck, dass die Gemeindeglieder sich untereinander kennen. Elias bestätigt diesen Eindruck. Dadurch, dass viele Gemeindeglieder und ihre Familien seit Jahrhunderten im Ort wohnen, ist die Vertrautheit groß. Auch der Schlag Mensch, der mir hier begegnet, finde ich sehr sympatisch. Die Menschen erinnern mich in vielem an die Atmosphäre im Umgang im Ruhrpott miteinander: Entspannt, ohne Berührungsängste, offen im Kontakt. Ich bin als Fremder hier keine Sensation, sondern bei aller Gastfreundschaft ein Teil der Gottesdienstgemeinschaft. Nach einem Gottesdienst und drei Abendandachten kann ich mich auch immer mehr in die Gesänge und Gebete hineinfallen lassen. Da ich der Sprache und dem Inhalt nicht folgen kann, geschieht dies auf einem anderen Weg, der in gewisser Weise wie eine Meditation ist.

Ich lasse mich darauf ein, bei dem Gang zum Altar zum Ende des Gottesdienste die Mutter-Gottes- mit-dem-Jesuskind-auf-dem-Arm-Ikone, wenn auch nicht zu küssen, so doch mit meinen Fingern zu berühren und die spirituelle Wirkung des Bildes auf mich wirken zu lassen. Es ist ein Moment höchster Konzentration.

Die Tage im Kloster nutze ich intensiv und schreibe an dem Bericht über meinen Studienaufenthalt, genieße die schon sommerlichen Momente im Klostergarten, verfolge die Wahl im nahen Israel und träume manchmal nur in den Tag hinein oder unternehme einen Spaziergang in der ländlichen Gegend, in der schon die Hirten die Natur genießen durften. Beit Sahour verfügt in diesem dicht besiedelten Land an seinen Rändern noch über landschaftlich idyllische Flecken. 

Schulleiterin A. Sawsan Victor Istvan 

(Foto der Schul-Homepage entnommen)
Nach einigen Tagen Rückzug im Kloster freue ich am Abreisetag über die Kinder und Jugendliche der Griechisch-Katholischen Patrichachats-Schule der Melkitischen Kirche, die mir ihre Deutsch und Englischkenntnisse präsentieren. 
In den Kindergarten und in den Schulzweig der 1967 gegründeten Privatschule, die gehen 600 Kinder und Jugendliche. Es möglich eine Schulabschluss entsprechend unseres Abiturs zu machen, der es ermöglicht an einer Universität zu studieren. Die Schulleiterin A. Sawsan Victor Istvan leitet seit sechs Jahren zusammen mit 60 Mitarbeitern die in der Region sehr beliebte Schule. Sie legt großen Wert auf ein gutes Miteinander der Schülerinnen und Schüler und der Mitarbeitenden und das ist für mich bei Gang durch das Schulgebäude sehr zu empfehlen. Die Lernatmosphäre wird entscheidend durch den christlichen gesinnten Umgang miteinander bestimmt. Im Kindergarten wird viel mit Theaterpädagogik gearbeitet, die die Entwicklung der Kinder unterstützen soll. Bereit ab dem Alter von drei Jahren werden die Kinder mit der englischen und später mit der deutschen Sprache vertraut gemacht. Die Schule arbeitet eng mit Schulen und Pädagogen in Lippstadt und Wipperfürth zusammen und hat auch in Zukunft große Pläne. Vieles hängt aber von den Finanzen ab, denn das Schulgeld der Eltern deckt nur 60 % des Bedarfs ab. Für die Renovierung der Schulbibliothek und den Ausbau der Schule um einen weiteren Trakt fehlt zur Zeit das Geld. Falls jemand einen Sponsor kennt, dem kann ich diese Schule sehr empfehlen. Auch deutsche Volontäre, die für eine Zeit die Unterrichtenden gerade beim Deutsch- und Englischunterricht unterstützen, sind herzlich willkommen.
Am Abreisetag treffe ich noch auf Charly, der aus Beit Sahour stammt, und sich für das christliche Werk Open Doors einsetzt, das sich um verfolgte Christen kümmert. Er hat zusammen mit den örtlichen Priestern und engagierten Gemeindegliedern in den letzten Jahren das ökumenische Zusammenleben in der Stadt angekurbelt. Monatlich kommen sie im Gebets- und Gesprächskreis zusammen, um füreinander zu beten und als Christen in der Stadt zusammen zu arbeiten. Beit Sahour ist mit 80 % die Stadt mit dem höchsten christlichen Bevölkerungsanteil in den palästinensischen Gebieten und in der ganzen Region (20% der Bewohner sind muslimisch). Das erleichtert für die Christen einiges, es verpflichtet aber auch zu verantwortlichem Handeln.
Dem wollen Charly und die Menschen hier vor Ort nachkommen, indem sie für ihre Stadt beten. Alles fängt mit Gebet an, sagt er. Es verändert unser Denken und dann unser Handeln. Darüber werden besonders für junge Menschen Angebote wie Seminare und Workshops geschaffen, die sie in ihrer Persönlichkeit fördern sollen. 

Beit Sahour ist eine Stadt, die sich mir von ihrer gastfreundlichen Seite präsentiert. Und es ist eine junge Stadt mit vielen Kindern und Jugendlichen, die ihren Weg in die Gesellschaft und in die Welt suchen. Ich bin beeindruckt davon, wie sehr sich die Kirchen, die Schulen und die Menschen vor Ort dafür einsetzen, dass dies auch unter schwierigen Bedingungen gelingen kann. Immer wieder drehen sich meine Begegnungen um die junge Generation. Etwas abseits liegt Beit Sahour vom großen Trubel in Bethlehem oder Jerusalem gelegen und doch ist es mittendrin bei den wichtigen Fragen dieser Welt und dieser Zeit. 
BCU, 11. April 2019




Samstag, 6. April 2019

Olivenholz aus dem Heiligen Land – Ein Ortsbesuch auf dem Hirtenfeld in Beit Sahour

Jubraiel Abu Sada und sein Sohn Fadi Abu Sada
Auf den Weihnachtsmärkten und Basaren in Deutschland sind sie seit einigen Jahren meist zu finden: Die Rede ist von Olivenholzarbeiten aus dem Heiligen Land. Doch wo genau und von wem werden sie hergestellt? Bei einem Aufenthalt in Beit Sahour, dem Ort, an dem der Überlieferung nach das Hirtenfeld der Weihnachtsgeschichte lag, habe ich die Gelegenheit, die kleine Werkstatt von Jubraiel Abu Sada und seines Sohnes Fadi Abu Sada zu besuchen. Das kleine Familienunternehmen besteht in eigener Regie seit dem Jahr 1995. Davor war Jubraiel Abu Sada seit 1967 bei einem anderen Bethlehemer Olivenholzschnitzer angestellt. Nach dessen Tod hat er sich dann selbstständig gemacht. 


Die Olivenholzarbeiten werden alle in Handarbeit hergestellt. Das Holz stammt aus der Westbank, zumeist aus der Nähe von Nablus und Dschenin vom natürlichen Holzschnitt der dortigen Olivenbäume, die regelmäßig zurück geschnitten werden müssen, wird mir vor Ort erklärt. Sonst können die Bäume nicht wachsen. Manche Äste sind bereits 20 Jahre alt, andere jünger. Olivenbäumen können bis zu 20 Meter hoch wachsen und mehrere hundert Jahre alt werden. Von einzelnen sehr alten Bäumen heißt es, dass sie bereist zur Zeit Jesu gestanden haben sollen. Welche Maserung sich für eine Holzschnitzarbeit ergibt, zeigt sich erst bei der Arbeit.

An diesem Tag arbeitet Jubraiel Abu Sada an der Herstellung von Jesusköpfen. Nachdem grob vorgeschnitzt wurde, wird jedes Gesicht mit einem Bohrer aus dem Holz herausgearbeitet. Bei einem Kaffee will ich von ihm wissen, ob er sich eher als Handwerker oder als Künstler versteht. Zumeist steht bei der Produktion das Handwerk im Vordergrund, erzählt er mir. Aber es gibt immer wieder etwas zu verbessern und bei den Änderungen spielt dann die künstlerische Seite wieder eine Rolle.
Sohn Fadi Abu Sada widmet sich an diesem Tag der Herstellung von Weihnachtsbaumanhängern. Nach seinem Abitur ist er beim väterlichen Betrieb eingestiegen. Ansonsten stellt er auch kleine Weihnachtsställe, Grottos genannt, her. 
Verkauft werden die Arbeiten vor allem in lokalen Geschäften an Touristen, die Bethlehem besuchen. Aber ein immer größer werdender Teil geht inzwischen auch in den Export, zum Beispiel nach Deutschland und dort unter anderem nach Witten. Weil der Tourismus nach Bethlehem nach wie vor unter der Situation (die anhaltende Okkupation Palästinas und z.B. die damit eingeschränkte Bewegungsfreiheit und scheinbare Unsicherheit für Reisende) leidet, wäre es wünschenswert für die lokale Wirtschaft, wenn sich dieser Bereich weiter entwickeln würde. Für mich ist die Frage der Unsicherheit in den palästinensischen Gebieten noch kein Thema gewesen: Ich selbst war in den letzten Monaten des Öfteren in Bethlehem, Beit Jala und Beit Sahour und habe mich dabei immer sicher gefühlt. Der Tourismus hat sich in den letzten Jahren zum Glück etwas erholt, aber seinen Stand vor den Intifadas hat er nicht erreicht.
Onlinevertrieb im Bethlehemshop Witten
Besonders schwierig war es seit der 2. Intifada im Jahr 2000. Und hier schließt sich der Kreis zu meinem Besuche: Seit dem Jahr 2002 setzen sich Christen der Ev. Kirche in Witten aufgrund der damaligen Entwicklungen nämlich für den Verkauf von Olivenholzschnitzerereien auf dem Wittener Weihnachtsmarkt oder zuletzt immer mehr bei Basaren ein. Auch ich habe schon vor einigen Jahren hinter dem Tresen gestanden und so die christlichen Holzschnitzerfamilien unterstützt. Zuletzt ist aus dieser Arbeit sogar mit dem Bethlehem Shop Witten eine Onlineplattform entstanden, bei der man einige der hergestellten Produkte bestellen kann. 


Zurück zum Entstehungsprozess: Nach der Fertigstellung der Holzarbeit, die je nach Größe des Werkstückes und Feinheit der Ausarbeitungen zwei bis vier Stunden z.B. für einen Jesusstatue dauern kann, werden diese noch in einem weiteren Prozessschritt an der Oberfläche mit Olivenöl behandelt und geglättet. Dazu werden die Arbeiten in einer Wäschetrommel für ca. 30 Minuten zusammen mit geölten Oilvenholzperlen bewegt. Das Ergebnis ist nicht nur die Ölung der Arbeit, sondern auch die Glättung des Holzes. Dann kann das neue Schnitzerwerk direkt in den Verkauf gehen. 
Ich freue mich schon auf unseren nächsten gemeindlichen Weihnachtsmarkt, an dem es sicher wieder einen Olivenholzschnitzerstand gibt, der mit Arbeiten von mehreren Holzschnitzerfamilien ausgestattet sein wird. Ich bin schon gespannt, ob ich eine Arbeit von Jubraiel Abu Sada oder seines Sohne Fadi entdecken werde.
BCU, 07.April 2019 

    








„You are a part of the family“ – Teil 1: Willkommen in der Synagogengemeinschaft Kehilat Zion

Rabbi Tamar Elad Appelbaum (Bildquelle: Kehilat Zion)
„Ihr seid ein Teil der Familie“ – welch Ausdruck warmherziger und großzügiger Gastfreundschaft, die meinem Studienkollegen Andreas und mir von der Gemeindeleiterin Rabbi Tamar entgegengebracht wird, als sie uns einlädt, ein Wort als christliche Theologen an ihre Synagogengemeinde Kehilat Zion zu richten. Sie drückt damit in einem Satz aus, was wir durch unseren Freund Oded, über den ich bereits zuvor berichtet habe, auch in der Praxis erfahren durften. 
In einem früheren Blogeintrag habe ich ja bereits diese Synagogengemeinschaft erwähnt, die mich in den letzten Monaten genauso freundlich wie die Mitchristen der Ev.-Luth. Erlöserkirche in Jerusalem sowie eine palästinensische Familie aus Beit Sahour, die der Melkitischen Kirche angehört, aufgenommen hat. Warum fühle ich mich gerade als Fremder an diesen drei Orten so heimisch? Dem möchte ich in einem dreiteiligen Beitrag nachspüren. Hier im ersten Teil meine Eindrücke zur Synagogengemeinschaft Kehilat Zion.

„World can be brigded“ hieß eine der Grundthesen des Rabbinenschülers Oded Peles im Rahmen eines Vortrages, bei dem er am 17. Januar d. J. im Schechter Institute for Jewish Studies darüber sprach, was er von seinen christlichen Freunden lerne. Er glaube fest daran, dass Welten verbunden werden könnten. Und wer das nicht glauben könne, den lade er in seine Synagogengemeinschaft ein. Und, falls einer der 30 Zuhörerinnen und Zuhörer das noch nicht während seiner Zeit in Jerusalem erlebt haben sollte, auch zu sich nach Hause zum Shabbat. "Come and see" - Komm und sieh - ermutigte er die Anwesenden. Zusammen mit Andreas, einem weiteren der Kontaktpfarrer meines Studienprogrammes, ließ ich mir das neugierig geworden nicht zweimal sagen. Zweieinhalb Monate, einige Spaziergänge durch den malerischen Vorort En Kerem und durch Jerusalem, einen fröhlichen Purimgottesdienst mit Party sowie zwei Shabbatabende zu Hause bei Oded und Rabbi Tamar und ihrer Familie später kann ich nur schreiben: Ja, Welten können überbrückt werden. Wenn es sich einrichten lässt, besuche ich am Shabbatabend den Synagogengottesdienst in der Kehilat Zion und stimme mich mit rund einhundert Menschen auf den kommenden Shabbat ein. Und: Dabei fühle ich mich als Christ in der Tat nicht als Fremdkörper, sondern als Teil der Familie.

Die Kehilat Zion (Kehilat bedeutet Gemeinschaft) ist eine junge Synagogengemeinschaft, die sich vor sechs Jahren gebildet hat. Sie ist von ihrem Selbstverständnis und von ihrer Zugehörigkeit zu einem übergeordneten Verband konservativ. Von ihren Formen und ihrer Weltanschauung ist sie progressiv. Was sich als Gegensatz anhört ist hier keiner.
Die Gottesdienste werden gemäß der Liturgie gefeiert, die in allen Synagogengemeinschaften seit Jahrhunderten etabliert sind. Die Auswahl der Lieder ist allerdings breiter gefächert als woanders und verbindet die beschwingtere sephardische Tradition (Stil und Liedgut z.B. aus Spanien oder Marokko betreffend) sowie die etwas nüchternere aschkenasische Traditionen (Deutschland und die östlichen Staaten bis Russland bezeichnend). Allein hier werden schon musikalische und kulturelle Welten verbunden.

Der Gottesdienst zur Begrüßung des Shabbats – Shabbat Kabbalat - wirkt sehr spirituell auf mich. Die Shabbatqueen wird zu Beginn wie eine Freundin mit Worten des Hoheliedes Salomo herbeigesehnt und besungen. Nach Untergang der Sonne folgt die Shabbatzeremonie mit dem Singen von sechs Psalmen aus der Reihe der Psalmen 92-99, einen jedem Wochentag gewidmet, dem Psalm 29, dem weit verbreiteten Lied Lecha Dodi (Komm, mein Freund), einer kurzen Predigt mit Bekanntmachungen aus dem Gemeindeleben, dem Gebet eines Klagenden, einem stillen Gebetes im Stehen und der Kiddushfeier, bei der über einen Becher Wein ein Segen gesprochen wird, von vielen als Zeichen des Bundes und der Gemeinschaft verstanden. Ich fühle mich an vieles im christlichen Gottesdienst erinnert und das erklärt sich ganz einfach: Hier liegen unsere Wurzeln.

"Come as you are. Jeder darf so kommen wie er oder sie ist, heißt es auf der Homepage der GemeinschaftEs gibt keine Kleiderordnung. Es steht mir frei, die Kippa, die traditionelle jüdische Kopfbedeckung zu tragen. Ich trage sie aus Wertschätzung der Tradition gegenüber. Und vielleicht auch, weil ich etwas dazugehören möchte.

Auf der Internetseite findet sich auch folgende Selbstbeschreibung:
"Kehilat Zion is a community of Israeli Jews of all backgrounds, beliefs, customs, and practices, gathering together to re-dream Jerusalem as a meeting point for all. Zion provides the opportunity for many to pray and celebrate Judaism in a way that feels authentic and relevant to them, oftentimes for the first time in their lives, within a community deeply rooted in tradition and Jewish heritage. Within a few years Zion became a unique inspirational community for Jews and Non-Jews in Israel and around the world, paving the way through prayer, social justice, and study to a Jerusalem of shared Faith and Hope." (Kehilat Zion ist eine Gemeinschaft israelischer Juden aller Herkunft, Glaubensrichtungen, Gebräuche und Praktiken, die sich versammeln, um Jerusalem als Treffpunkt für alle neu zu träumen. Zion bietet vielen die Gelegenheit, zu beten und das Judentum auf eine Weise zu feiern, der sich für sie authentisch und relevant anfühlt, oftmals zum ersten Mal in ihrem Leben, in einer Gemeinschaft, die tief in der Tradition und im jüdischen Erbe verwurzelt ist. Innerhalb weniger Jahre entwickelte sich Zion zu einer einzigartigen inspirierenden Gemeinschaft für Juden und Nichtjuden in Israel und auf der ganzen Welt, die den Weg durch Gebet, soziale Gerechtigkeit und Studium zu einem Jerusalem des gemeinsamen Glaubens und der Hoffnung ebnete).

An manchen Freitagabenden besuche ich auch orthodoxe Synagogen, um auch diese Lebenswelt kennen zu lernen, sowie reformierte Synagogen, in der ich ebenfalls herzlich begrüßt werde, und die auch neue Wege musikalische Wege in der gottesdienstlichen Gestaltung gehen. Für Jerusalemreisende kann ich sowohl die Gottesdienste z.B. in der Kehilat Har-El , die musikalisch mitreißenden monatlich stattfindenden Shabbat-Kabala-Gottesdienste mit dem Nava Hagila Ensemble, sowie die 14tägig stattfindenen Shabbat-Morning-Services des Hebrew Union College empfehlen (mit vielen englischen Elementen).



Schnell merke ich aber: In der Kehilat Zion fühle ich mich besonders heimisch. Woche für Woche genieße ich die herzliche Gastfreundschaft, treffe Menschen meines Alters und meiner Lebenssituation, mit denen ich mich verbunden fühle. Manche Psalmen kann ich inzwischen vorsichtig mitsingen. Ich mag besonders die etwas beschwingteren sephardischen Einflüsse. Hier passt für mich beides: Die Beziehungsebene und die spirituelle Form.

In einem Gespräch mit Rabbi Tamar will ich es genau wissen: Woher bezieht sie ihre spirituellen Impulse? Auf welcher theologischen Basis öffnet sich ihre Synagogengemeinschaft so weit, selbst für Menschen anderer Herkunft? 
Abraham trifft Melchisedek (Quelle: siehe unten)
Sie verweist auf Abraham, dem Vater von Völkern, der vor allen Aufteilungen in unterschiedliche Stämme, Völker oder gar Nationen für die Verbindung der Menschheit steht. Und sie kommt auf die Schöpfung zu sprechen, durch die alle Menschen miteinander verbunden sind. Wir gehören als Menschen zusammen, weil wir einen gemeinsamen Schöpfer haben. Dieser Gedanke beschäftigt mich bereits seit den ersten Tagen meines Aufenthaltes in Jerusalem. Religion in den Feinheiten, dogmatisch betrachtet, kann trennend sein. Ein schöpfungstheologischer Ansatz, der das Verbindende sieht, könnte dagegen helfen, Grenzen zu überwinden und friedenstiftend wirken. In dem Grußwort im Rahmen des Shabbatgottesdienstes der Synagogengemeinde, um das mein Pfarrkollege Andreas und ich gebeten wurden, werde ich diesen Gedanken entfalten. Hier nur die einleitenden Sätze:
"Liebe Freunde der Kehilat Zion,
vor einigen Jahrzehnten hätte man es noch als ein Wunder bezeichnet, dass wir beide als Menschen deutscher Herkunft und christlicher Tradition hier stehen würden.
Zum Glück ändern sich die Zeiten. Es ist für uns eine große Ehre, heute zu Euch zu sprechen. Es fühlt sich heute für mich nicht mehr als ein Wunder, sondern in gewisser Weise als selbstverständlich und normal an. Warum? Weil wir zusammen gehören.
Wir verstehen heute, dass wir vor allem Trennenden menschliche Geschöpfe sind. Wir stammen alle von den gleichen Vorfahren ab. Wir sind Geschöpfe Gottes, der uns mit Kreativität und Liebe geschaffen hat.
Auf dieser Grundlage nehme ich mir heute die Freiheit ergänzend zur Anrede "Liebe Freunde" auch zu sagen: Liebe Schwestern und Brüder! ..." 
Diese und weitere Gedanken sind sehr befürwortend von Gemeindegliedern angenommen worden, die nach dem Gottesdienste auf uns zu und ins Gespräch kamen. Sich als Bruder und Schwester zu bezeichnen, ist für mich im Übrigen auch jenseits der Religion eine logische Schlussfolgerung der Überlegung, dass wir einer menschlichen Familie entstammen und gleiche Vorfahren haben. Dieses konsequent zu Ende gedacht, verpflichtet mich, den Frieden zu suchen.
Rabbi Tamar sprudelt in den Begegnungen nur so vor Begeisterung so über. Woher nimmt sie ihre Freude möchten wir bei einer Begegnung wissen? Ihre spirituelle Kraft zieht sie aus chassidischem Gedankengut, erklärt sie uns, welches das Judentum von der Bedeutung her interpretiert und nicht vom Buchstaben. Es ist ein ganzheitlicher Ansatz, den sie entfaltet.

Die Mizvot der Thora (der fünf Bücher Mose), d.h. die Verbote und Gebote, sind ihr wichtig. Sie verweist aber auch zugleich darauf, dass das Wort Mizvot, das von uns mit Gebote übersetzt wird, 
etymologisch von der Bedeutung "together – gemeinsam“ abhängt. Die Mizvot sollen Menschen mit Gott und Miteiander verbinden.
Eine Thorarolle -( Bildquelle s.u,)
Sie sollen auch die Seele und den Körper verbinden, denn sie schaffen (z.B. durch das Gebot des Shabbats) eine Verbundenheit miteinander.
Gott schuf die Welt "together" (gemeinsam).
Das chassidische Judentum verfolgt dabei einen neuen, ganzheitlichen Ansatz des Denkens und Lebens: Essen ist in diesem Denken zum Beispiel keine Angelegenheit der Notwendigkeit, um sich zu ernähren. Das Essen ist wie alles andere eine sehr bewusste Sache. „Wir essen und geben damit Gott und seinem Namen die Ehre.“
Der Körper ist in diesem Ansatz kein Hindernis für die Seele. Die Seele ist die Schwester des Körpers. Studieren und persönliches Treffen von Menschen sind keine Gegensätze. Beziehungen zu pflegen ist dagegen sogar ein Gebot. Es ist ein freudiges und fröhliches Judentum, das in dieser Synagoge gelehrt wird. Vor allem ist es ganzheitlich.
Ins Bild passt auch, dass in der Kehilat Zion die Kinder im Mittelpunkt stehen. Sie haben während der Synagogengottesdienste ein eigenes Programmen, zu dem sie beim Hinausgehen gesegnet werden. Auch hier gleichen sich die Bilder zu einem Gottesdienst in meiner Pfarrgemeinde in Witten. Außerdem engagiert sich die Synagogengemeinschaft bei verschiedenen sozialen Projekten wie zum Beispiel beim Unterhalt einer Kleiderkammer mit dem Namen "Blue doors". Zweimal im Jahr wird der Shabbatgottesdienst auch ins nahe Seniorenheim verlegt. Männer und Frauen sind gleichberechtigt und wirken auch im Ehrenamt bei der Gestaltung der Synagogengottesdienste mit, indem sie in Ergänzung zum Kantor liturgische Stücke singen oder beten. Für Erwachsene gibt es ein Studienprogramm. Gebet spielt eine wichtige Rolle in der Gemeinschaft. So werden die Mitglieder ermutigt, außerhalb der Gottesdienste ein Gebetsleben zu entwickeln. Es wird aber keine Vorschrift gemacht, wie das zu erfolgen hat.
Alles soll in Freiheit erfolgen. Ein Ziel der Gemeinschaft ist es ein Homeland zu schaffen, ein spirituelles und persönliches Heimatland.
Gleichzeitig fühlt sich die Gemeinschaft dem interreligiösen Dialog verpflichtet, der Menschen zusammenführt, statt neue Gräben zu ziehen. Dazu werden auch bewusst Wege in das palästinensische Ostjerusalem gegangen. Berührungsängste gibt es hier nicht, sondern besonders Freude an der Begegnung.

Kehilat Zion, das ist eine jüdische, weltoffene Synagogengemeinschaft mit einer außergewöhnlichen Willkommenskultur. Im Rahmen meines Studienprojektes Gemeinde und Kirche in einer interkulturellen Gesellschaft ein wahres Leuchtturmprojekt für ein gelingendes Miteinander von und mit Menschen verschiedener kultureller Hintergründe.
BCU, 06. April 2019

Bildmaterial:
Diesmal keine persönlichen Fotos - Bei den Gottesdiensten der Kehilat Zion am Shabbat wird nicht fotographiert, es wird Gottesdienst gefeiert. Auch das ist eine schöne Regel. Wer kommt feiert mit und ist nicht beobachtender Besucher. 

Abraham trifft Melchisedek - Von Dieric Bouts,the older. At The Church of Saint Peter, Leuven, Belgium - http://www.heiligenlexikon.de/Fotos/Abraham-Melchisedek.jpg, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=597499


Gemeinde und Kirche in einer interkulturellen Welt - Reflexion ekklesiologischer Dynamiken im Rahmen eines Studiensemesters in Jerusalem

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